Periodisch hört man es aus den Frauenkehlen: “Was wir Frauen auf uns nehmen! (…) Wir schlucken Hormonpräparate (…) Auf das es doch bald die Pille für den Mann gibt”. Männer die das noch nie gehört haben, sind entweder rar gesäht, hatten in der Kindheit Talkshow-Verbot (07.01.2002 13.00, RTL, Die Oliver Geissen Show mit dem Thema “Frühreif – Meine Tochter ist zu jung für die Pille!”) und/oder unter 16. Ich weiss es nicht… Nagelt mich darauf nich fest. Also.
Ja, aber was ist nun damit? Was ist nun los mit der Pharmaindustrie. 117.000 Beschäftigte… Es gibt eine Absatzchance! Zwei von drei Männern gaben sogar bei einer weltweit durchgeführten Befragung an, sie würden brav Tag für Tag die Pille schlucken – nicht anders wie sie es in den letzten vierzig Jahren von ihren Frauen verlangt haben. Nach einer alten 3sat-NANO Reportage sollte sie 2005 auf den Markt kommen. Damals hatte ein Österreicher einen einen Hormoncocktail aus Gelbkörperhormonen und Testosteron geschluckt. Dieser unterdrückt die Samen-Produktion was den Mann unfruchtbar machen sollte. Und das ohne Nebenwirkungen. Hooray!
Netter versuch Jungs… Wir waren noch drauf. Wo doch das Konzept schon klar war. Die Experten bei Wikipedia verschieben das ganze auf 2009. Und ob es ne Pille wird ist auch nicht klar. Vielleicht eine Spritze in den Nebenhoden und/oder ein Implantat. Lehnen wir uns also wieder zurück.
Und nun? Der Abend ist für die Forschung verplant. Ein kaltes Bier steht auf dem Tisch. Schauen wir doch mal was die weibliche Front der Empfängnisverhütung zu bieten hat. Neben allen möglichen Gegenständen (2) (3), Präparaten und Implantaten die sich Frau in den Mund, in den Arm und sonnst wohin schiebt fiel ein neues Produkt aus dem Rahmen. Im Kupferketten-Forum wird es heiß diskutiert. Nein, es ist nicht ein Teilstück der neuen Sommerkollektion. Es handelt sich hierbei um Gynefix. Eine kleine Kupferkette (4-6 Elemente), die man sich als Langzeit-Verhütungsmittel an der Gebärmutterwand fixieren lässt. Wie bei der üblichen Spirale wirken die Kupferionen spermizid. Und – das tolle – sie hat denselben Pearl-Index wie die am Anfang genannte Lösung. Endlich Schluss mit Pille schlucken…?
Wo ist der Haken? Naja… Man muss sich schon damit anfreunden, das man mit einem Kunststofffaden durch die Haut der Gebärmutter sticht, um es dort zu befestigen. Das soll auch in machen Fällen unter Narkose passieren. Man muss um es sich verabreichen zu lassen weiter Strecken fahren, weil nur wenige Frauenärzte die Methode aus der EU importieren. Es hat noch keine deutsche Zulassung. Und es scheint wohl keine tolle Lösung für die Swinger und One-Night-Stand-Verrückten zu sein. Das Fadenende, welches von der Gebärmutter in die Scheide mündet kann als Brücke für Keime wirken. Bei einem häufigen Wechsel der Sexualpartner besteht nun ein höheres Infektionsrisiko. Daher kommt der Spitzname Treuekettchen… Und der Titel dieses Beitrages.


