Archive for Dezember 16th, 2006

Giftspritze II

16Dez06

Die ganze Todesstrafe-Geschichte beginnt einen üblen Nachgeschmack zu bekommen.

Lt. Wikipedia (mag als mehr oder weniger richtig sein) wird als normale “Todesspritze” ein Cocktail aus Thiopental (auch Trapanal® genannt), Kaliumchlorid und einem Muskelrelaxans verabreicht.

  • Thiopental ist ein kurz wirksames Hypnotikum. Es wirkt in 5-10 Sekunden, und die Wirkungsdauer beträgt 5-15 Minuten.
  • Kaliumchlorid ist ein Salz, welches man auch als Dünger und Geschmacksverstärker (E 508) verwendet. Verabreicht man es einem Menschen in höherer Konzentration bringt es den Kaliumchloridspiegel des menschlichen Körpers durcheinander. Dies führt zu Herzrhythmusstörungen und zum Tode.

Wie läuft der Spaß also ab? Man erzeugt eine Bewusstlosigkeit (mittels Thiopental), lähmt u.a. die Atemmuskeln mittels eines Muskelrelaxans (man erstickt) und depolarisiert dann den Herzmuskel. Dieses führt zum Herzstillstand. Ende.

Warum erzähle ich euch das? In den ersten Aussagen, die zu dieser Panne frei wurden, behauptete man, dass der Grund für diesen Ausgang der Situation, eine Lebererkrankung des Delinquenten gewesen wäre. Verschwörungspläne und ähnliches bitte bei FeFe abladen. Was hat nun die Leber mit der Geschichte zutun? Gute Frage… Die Leber, als “Müllverbrennungsanlage” des Körpers, hat die Aufgabe Bestandteile des Blutes zu verstoffwechseln und kann bei solch einer Geschichte höchstens noch mehr geschädigt werden. Und das ist bei einer Todesstrafe jawohl total irrelevant.

Das Häftlinge bei der Durchführung dieser Prozedur aufgewacht sind, oder die Dosis der todbringenden Mixtur zu gering ermittelt wurde ist schon viel zu oft vorgekommen. Wie kann man so was zu gering dosieren? Wie kann man sowas überhaupt zu gering dosieren…? Was hat man zu verlieren? Vielleicht Leberversagen und dadurch den Tod? Bleibende Körperschäden? Es grenzt also schon an Fahrlässigkeit wenn so was vorkommt.

Und es sind schon Leute für viel weniger hingerichtet worden, als durch das qualvolle toten eines Menschen, wenn es unnötig gewesen wäre.

Giftpanne?

16Dez06

Vor wenigen Jahren wurde sie erst eingeführt. Die Giftspritze. Sie wurde als „menschlicher“ gefeiert, nachdem die Köpfe der Verurteilten auf dem elektrischen Stuhl mehrfach Feuer gefangen hatte.
Man injiziert ein Analgetikum, ein Muskelrelaxans und ein Mittel das zum Herzstillstand in die Blutbahn des Delinquenten. Er verliert nach wenigen Minuten das Bewusstsein, und nach einer viertel Stunde tritt der Tod ein. So ist der Idealfall.

Jetzt wurde dieser Prozess in Florida verkackt.

Dem vorläufigen Autopsiebericht zufolge, waren die beiden Nadeln zu tief im Arm des Häftlings. So wurden die Giftstoffe nicht in die Venen, sondern in das umliegende Gewebe injiziert.

Qualvolle Schmerzen und 30 cm lange chemische Verbrennungen hinterließ die Mixtur, während sie durch den Körper des Puertoricaners floss. Augenzeugen beobachteten den 34-minütigen qualvollen Todeskampf unter schrecklichen Schmerzen. Er habe 11 Minuten nach Luft gerungen. Mit weit aufgerissenen Augen, und verzerrten Gesicht soll er noch versucht haben zu Sprechen.

Das ist echt humaner, als der Tod auf dem elektrischen Stuhl.

Eine Sprecherin des Krankenhauses schob die Schuld auf eine Leberkrankheit des Häftlings, was dazu geführt haben soll, das die Giftaufnahme nicht sofort statt gefunden hat. Die Autopsie konnte nichts Auffälliges feststellen. Jeder möchte sich dein Bild dazu selber machen.

Achja. Ich habe noch etwas vergessen. Der 55-jahrige Täter, der fast 3 Jahrzehnte in der Todeszelle gewartet hat beteuerte bis zuletzt seine Unschuld. Ein entscheidender Zeuge hatte im Prozess seine Aussage widerrufen und der Gouverneur der Karibikinsel hatte vergeblich um Begnadigung gekämpft.

Todesstrafe via Giftspritze. Ein möglicher Verstoss gegen die Verfassung?!